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Polarlichter am Bülker Leuchtturm

Polarlichter in Deutschland? Ja! Es gibt Polarlichter auch in Deutschland zu sehen. Zugegebenermaßen sind sie viel schwächer zu sehen als am Polarkreis, aber es ist trotzdem etwas besonderes. Wann und wo du Polarlichter finden kannst und ob sich der Aufwand für dich lohnt, erfährt du in diesem Artikel.

Ein großer Traum von mir ist, Polarlichter in Norwegen, Finnland oder Schweden zu beobachten. Ich habe schon in meiner Kindheit gerne den Himmel beobachtet. Nachts war ich verzaubert vom großen runden Vollmond oder habe Sternenbilder am Himmel gesucht. Auch die Farben von Sonnenaufgang und -untergang strahlen so magisch und schön, dass ich es mir immer gern angesehen habe.
Aber erst vor kurzem habe ich gehört, dass man auch in Deutschland Polarlichter sehen kann. Natürlich nicht so häufig und gut sichtbar wie beispielsweise in Norwegen. Doch ich wollte mir das nicht entgehen lassen und diese Lichter mal sehen.

Was sind eigentlich Polarlichter?

Von der Sonne geht ein Strom von geladenen Teilchen, Protonen und Neutronen, aus. Dieser Strom wird als Sonnenwind bezeichnet. Der Wind trifft auch auf das Magnetfeld der Erde. Das Magnetfeld schützt die Erde vor dem Eindringen der Teilchen. Wenn jedoch der Sonnenwind stärker ist, verändert der Strom das Magnetfeld der Erde. Die geladenen Teilchen fließen um das Magnetfeld herum bis zu den Polen. Das Polarlicht entsteht nun beim Eintritt der Teilchen in die Atomsphäre. Sauerstoff und Stickstoff-Atome in der Luft nehmen kurz die geladenen Teilchen auf und geben die Energie sofort wieder in Form von Licht frei. Deshalb sind die Polarlichter hauptsächlich in Polnähe zu beobachten.

Etwas anschaulicher auf youtube: Wie entstehen Polarlichter? by brainfaqk

Meine Erfahrung

Als ich die Polarlichter-Warnung gesehen habe, war es schon nach 21 Uhr abends. Allerdings wurde bereits zwei Stunden früher die Warnung herausgegeben. Ich bin dann trotzdem auf gut Glück rausgefahren aus Kiel nach Strande zum Bülker Leuchtturm. Dort ist eine Aussichtsplattform, von der eine sehr gute Sicht über die Ostsee Richtung Norden besteht. Natürlich war ich schon auf dem Weg dorthin super gespannt, ob ich etwas erkennen würde. Allerdings war auf der Fahrt dorthin nichts am Himmel zu sehen.

Angekommen am Leuchtturm musste ich mich erstmal orientieren. Ich war schonmal am Tage hier, allerdings noch nie bei der Plattform. Über den Spazierweg am Wasser habe ich sie aber schnell gefunden. Zunächst angekommen habe ich gleich zwei weitere Hobbyfotografen bemerkt. So richtig etwas sehen konnte ich auf den ersten Blick nicht. Hm, und nun?

Die Kamera sollte da Licht ins Dunkel bringen! Und tatsächlich, sobald ich meine Kamera Richtung Norden ausgerichtet hatte, konnte ich sofort das Polarlicht erkennen. Für das menschliche Auge sah es eher so aus wie eine lange gebogene Wolke, aber meine Kamera hat diese Wolke als grün erkannt. Toll, da sind die Lichter also! Nicht ganz wie erhofft zu sehen und doch da.

Sicher fragt ihr euch jetzt: Warum sollte ich mir sowas nun ansehen? Ich habe gelesen, dass die Polarlichter sehr verschieden ausgeprägt sind. Manchmal leuchten sie heller und manchmal sind sie nur fotografisch zu erkennen. Es ist also ein Glücksspiel, ob etwas erkennbar ist. Für alle Hobby-Fotografen kann ich es definitiv empfehlen, so ein Polarlicht zu beobachten und festzuhalten. Alle anderen brauchen wohl sehr viel Glück, dass es in unseren Breitengraden tatsächlich auch fürs Auge erkennbar ist.

Voraussetzungen zum Polarlicht schauen

  1. Vorhersage beobachten: Es gibt in Deutschland nur wenige Nächte, in denen man Polarlichter sehen kann. Deshalb muss man schon ungefähr wissen, ob überhaupt die Lichter zu sehen sind.
  2. Wetterbericht und Neumond: Natürlich muss der Himmel sternenklar sein. Am besten ist außerdem Neumond, dann ist der Himmel dunkler und die Polarlichter kommen besser zur Geltung.
  3. Freie Sicht auf Polarlichter: Am besten kennt man einen guten Ort, an dem man die Lichter beobachten kann. Denn das Polarlicht ist normalerweise im Norden zu sehen. Lichter der Stadt „verschmutzen“ den dunklen Nachthimmel, so dass Sterne oder Polarlichter schlechter zu sehen sind.
  4. Hilfsmittel verwenden: Selbst wenn Polarlichter am Himmel sind, kann es sein, dass man sie kaum als solche erkennen kann. Mit einer guten Kamera kann man sie aber sichtbar machen. Zusätzlich kann auch ein Stativ super praktisch sein. Ein Rucksack kann allerdings auch als Stativ-Ersatz dienen. (Siehe weiteres zu Nachtfotografie.)
  5. Warme Kleidung: Damit das Erlebnis dann auch genossen werden kann, zieh dich warm an. Klare Nächte sind nämlich besonders kalt!

 

Gute Orte für Sichtung

Es muss eine freie Sicht Richtung Norden möglich sein. Dafür kann natürlich auch eine örtliche Erhöhung oder der Blick über das Meer zum Horizont sinnvoll sein.

Aussichtsplattform Strande

Von Kiel aus ist die Aussichtsplattform am Bülker Leuchtturm zu empflehen. Dieser ist Nahe Strande an einem sehr schönen Spazierweg. Mit dem Auto kann man nachts auch gut bis zum Leuchtturm fahren und dort parken. Mit einer Fahrzeit von 20 bis 25 Minuten aus Kiel ist zu rechnen.

Die Aussichtsplattform ist dann in etwa 100m Fußweg schnell zu erreichen.

Vorhersage und Warnung

Eine super Vorhersage bekommt man unter http://www.polarlicht-vorhersage.de. Leider gibt es hier keine direkte Möglichkeit sich warnen zu lassen. Aber die Yahoo-Group https://www.meteoros.de/themen/polarlicht/warnliste/ bietet die Möglichkeit per Mail-Liste gewarnt zu werden. Für mich nicht die perfekte Lösung, aber man wird zumindest informiert.

Beste Jahreszeit für Sichtungen

Die beste Zeit für Sichtungen soll Frühjahr und Herbst sein.

Meine Sichtung war im November. Seitdem habe ich über den Winter auch keine Warnung mehr bekommen. Nun hoffe ich, dass es demnächst wieder was zu sehen gibt.

 

Damit die besten Wünsche für Eure nächsten kalten und klaren Nächte am Meer!

Wiebke

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Die Liebe zum Meer und meine Abenteurlust animieren mich immer wieder etwas zu schreiben. Ich probiere gerne alles aus und stelle dabei für dich die interessanten Details heraus.

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